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YouthNotCrime

Veröffentlicht am 18. Februar 2026

Es ist immer wieder erstaunlich, wie skrupellos und menschenverachtend kriminelle Netzwerke und Organisierte Kriminalität agieren. Europäische Sicherheitsbehörden weisen auf ein besonders abstoßendes Vorgehen dieser Organisationen hin: Die vorsätzliche und geplante Ansprache Minderjähriger zur Begehung teils schwerster Straftaten.

Europol machte mit einer ersten Intelligence Notification im November 2024 darauf aufmerksam und seitdem gewinnt das Thema – ob im OECD-Report, ein EPRS-Briefing an das Europäische Parlament, im Europol Report SOCTA 2025 oder über die europäische Operational Taskforce „GRIMM“ vertreten durch das BKA – stetig an Dringlichkeit und Relevanz.

Es handelt sich um ein taktisches und strategisches Vorgehen krimineller Organisationen. Die Erstansprache erfolgt dabei regelmäßig im digitalen Raum – genau dort, wo sich Jugendliche aufhalten: auf Gaming-Plattformen, Social Media wie TikTok oder Instagram, Messenger-Dienste. Hier kommt also vieles vom Schlechtesten zusammen – wenig regulierte, missbrauchsanfällige digitale Medien und aggressive kriminelle Netzwerke, die Jugendliche als bloße Ressource für die Begehung von Straftaten sehen.

Die jungen Menschen werden nicht nur Opfer Organisierter Kriminalität, sie werden immer auch Straftäter mit zum Teil erheblichen und langfristigen negativen Folgen für ihre Zukunft. Die Organisationen missbrauchen die Jugendlichen dabei für ein breites Spektrum an Straftaten: von der Durchführung von Transaktionen und Überlassen von Konten über Aktivitäten rund um den Drogenhandel bis hin zu schwersten Gewalt- und Tötungsdelikten.

Völlig zu Recht fordern deshalb die europäischen Polizeichefs auf ihrer European Police Chiefs Convention (EPCC) 2025 „Stärkere Präventionsmaßnahmen zum Schutz gefährdeter Jugendlicher im Internet, darunter Aufklärungskampagnen, Einbindung der Schulen und ethische Leitlinien für den Umgang mit digitalen Räumen“.

Und genau diese Forderungen sind zentraler Bestandteil des von antifinancialcrime.org geplanten bundesweiten Kriminalpräventionsprojektes „YouthNotCrime“. Wir werden im digitalen Raum und in Präsenz Präventionsformate und Bildung anbieten, um Minderjährige, Jugendliche über das Vorgehen und die Risiken der Ansprache durch kriminelle Netzwerke aufzuklären und ihre Resilienz dagegen zu stärken. Darüber hinaus werden wir Kampagnen starten, um den hier bestehenden Missbrauch digitaler Infrastrukturen zu beleuchten und uns für Menschenrechte und Jugendschutz im digitalen Raum einzusetzen.

Erste Pilotveranstaltungen haben wir dazu an Gymnasien in Rheinland-Pfalz und Berlin durchgeführt und bis jetzt 150 SchülerInnen informiert und zu den beschriebenen Phänomenen aufgeklärt. Und auch wenn diese ersten Pilotveranstaltungen an relativ behüteten Gymnasien stattgefunden haben, so hatten mehrere Jugendliche Kontakt zu konkreten Straftaten und Kriminalität.

Das Thema Crime-as-a-Service (CaaS) und wie Minderjährige zunehmend digital in kriminelle Netzwerke hineingezogen werden hat sehr viele Facetten und nicht alle können und wollen wir bedienen. Deshalb werden wir als antifinancialcrime.org gGmbH unsere Arbeit zusammen mit anderen zivilgesellschaftlichen Partnerorganisationen koordinieren und werden damit Teil eines Netzwerks, um dem Thema vollumfänglich und nachhaltig gerecht zu werden.

So werden wir uns beispielsweise mit dem Europe Observatory der Global Initiative against Transnational Organized Crime (GI-TOC) abstimmen, wenn GI-TOC phänomenbezogene Daten sammelt, austauscht und analysiert, um neue und innovative Strategien und Maßnahmen zur Bekämpfung von Crime-as-a-Service und der Rekrutierung Minderjähriger zu entwickeln und damit staatliche und nichtstaatliche Akteure unterstützt.

Oder wir kooperieren mit dem gemeinnützigen Forschungsinstitut institut für finanzdienstleistungen e.V. (iff), um beispielsweise über das iff Aufkläung über finanzielle Risiken wie Kontenmissbrauch (Money Mules) dorthin zu bringen, wo betroffenen Jugendliche konkrete Hilfe angeboten werden kann.

In dem beigefügten Positionspapier haben wir die inhaltlichen Schwerpunkte des Programms YouthNotCrime skizziert. 

 

Zum Schluss vielleicht noch zwei Aufrufe:

Spendenkonto:
antifinancialcrime.org gGmBH
GLS Gemeinschaftsbank eG
IBAN: DE26 4306 0967 1273 4212 00
BIC: GENODEM1GLS